Im Sommer ist wieder Zeit für Atemwegserkrankungen bei Pferden – das Problem frühzeitig erkennen!

IMG_0390Heiße Sommer bedeuten im Stall auch trockenes Heu, viel Staub und in Folge hustende Pferde. Da reicht es manchmal nicht, für eine gute Lüftung im Stall zu sorgen. Die Binsenweisheit staubarme Haltung und Fütterung hat sich allerdings immer noch nicht in allen Ställen herumgesprochen: so wird immer noch die Boxengasse in voller Pferdebesetzung gefegt, das Stroh und Heu in Anwesenheit der Pferde aufgeschüttelt. Atemwegserkrankungen (z.B.Dämpfigkeit, chronische Erkrankungen, Pferdehusten, chronische Bronchitis (COB)) stellen deshalb bei Pferden nach den Koliken die zweithäufigste Form innerer Erkrankungen dar.

Das Umstellen auf Späne kann helfen – der Grund: Heu und Stroh brauchen lange zum Trocknen. Während des Trocknungsprozesses entstehen Pilzsporen – und zwar desto mehr, je länger das Futter auf dem Feld liegt. Späne hingegen werden maschinell getrocknet und enthalten weniger Reizstoffe. Nachteil ist jedoch, dass das Stroh als Futterquelle ausfällt.

Die Gabe von pflanzlichen Mitteln wie Schleimlöser Efeu, Primel und unterstützend Thymian kann helfen und vorbeugen. Homöopathische Mittel sind Silicea, Pulsatilla, Mercurius und Pyrogenium. Auch Akupunktur kann helfen, da mit dieser Therapie die Selbstregulation des Körpers gestärkt wird und er deshalb mit schädigenden Substanzen besser umgehen kann.

Besonders bewährt hat sich die Ultraschall-Inhalation mit Kochsalzlösung um den Schleim zu lösen, denn Schleim ist ein Reizstoff und gehört nicht in die Lunge. Das Problem: Schleim bildet neuen Schleim – und somit immer wieder einen Reiz, der die Krankheit fortbestehen lässt. Außerdem kann Schleim die Flimmerhärchen, die den Schmutz aus den Bronchien transportieren sollen, so schädigen, dass die gefürchtete Dämpfigkeit, also eine chronische Schädigung eintritt. Kochsalzlösung hat im Gegensatz zu diversen schulmedizinischen Mitteln keinerlei Nebenwirkungen und kann deshalb auch prophylaktisch gegeben werden.

Doch wie inhalieren? Reicht ein Eimer mit warmer Lösung in der Box oder der Gebrauch eines Humaninhalators?

IMG_0393Wichtige Kriterien bei der Wahl eines Inhalators für Pferde sind vor allem die richtige Partikelgröße und die Menge pro Einatmung. Die Partikelgröße muss klein genug sein, damit die Kochsalzlösung oder auch Aerosole nicht am Kehlkopf hängen bleiben – sie müssen alveolengängig sein, d.h., bis in die kleinsten Verästelungen der Bronchien transportiert werden. Dies können nur Ultraschallvernebler erreichen.

Die Menge muss der Größe der Pferdelunge angepasst sein, das erklärt auch, warum ein ansonsten guter Inhaltor für Menschen für das Pferd nicht reichen wird. Die Lunge des Pferdes hat ein etwa 10mal größeres Volumen als der Mensch. Leider sind diese Ultraschall-Inhalatoren sehr teuer – aber sie können auch in Tierkliniken, bei manchen Tierärzten, aber auch bei mir geliehen werden.

Gegen die öfters ausgesagte Empfehlung, Pferde vor der Inhalation an der Lounge arbeiten zu lassen, empfehle ich das Gegenteil. Am effektivsten ist eine Inhalation im Ruhezustand. Natürlich zieht ein arbeitendes Pferd mehr Volumen, das allerdings, indem es die Atemfrequenz erhöht – die Tiefe der Atmung nimmt aber dabei ab! Wir wollen jedoch die tiefsten Verästelungen erreichen, deshalb sollte das Pferd möglichst entspannt und ruhig atmen, denn nur dann atmet das Pferd (und auch wir – siehe in der Meditation bzw. Entspannung!) tief ein.

Ein hustendes Pferd sollte jedoch in jedem Fall dem Tierarzt vorgestellt werden, um Ausmaß und Ursache sorgfältig abzuklären.

Veröffentlicht von Osteopathiepraxis Karin Wonik

Akupunktur, Physiotherapie, Bioresonanz für Tiere

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