Wir alle wissen, dass Stress für uns und unsere Tiere nicht gut ist – aber warum eigentlich und was ist Stress? Gibt es ‚positiven’ und ‚negativen’ Stress?
Stress meint einen Zustand des Organismus, der durch ein spezifisches Syndrom gekennzeichnet ist, jedoch durch verschiedenartige unspezifische Reize ausgelöst werden kann (Pschyrembel, 2004).
Dabei wird nicht zwischen positivem und negativem Stress unterschieden. Neueste wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass der Organismus unterschiedslos auf hormoneller Ebene reagiert, egal ob durch totale Freude oder totale Angst ausgelöst.
Dabei wird Stress von jedem Individuum unterschiedlich erlebt: Was der eine noch gut toleriert, kann bei dem anderen Tier zu einem Zusammenbruch führen.
Diese Individualität liegt an der unterschiedlichen Anpassungsfähigkeit eines jeden Organismus begründet.
Bestimmte Stressauslöser belasten jedoch jeden, wie Lärm, Krankheit, Isolation, starke Kälte, starke Hitze u.v.m. Der stärkste Stressor jedoch ist der Schmerz.
Beim akuten Schmerz reagiert der Körper mit einer erhöhten Ausschüttung von Adrenalin und Noradrenalin. In dieser Phase führt das Zusammenspiel von Nervenimpulsen und Hormonausschüttungen zur optimalen Reaktionsbereitschaft.
Sollte der Schmerz jedoch länger bestehen, kann der Organismus des Tieres dem nicht mehr standhalten, er reagiert mit Cortison- und Cortisolausschüttung, die alle biologischen Systeme beeinflusst und belastet. Das Immunsystem wird dadurch beschädigt – Atmung, Verdauungsapparat (insbesondere beim Pferd) und Zentrales Nervensystem laufen auf Höchsttouren und können somit zur Ausbildung von weiteren organischen Erkrankungen und in Einzelfällen sogar zum Tod führen.
Nicht wenige Tiere – sowohl Hunde, insbesondere Pferde – zeigen Magenreizungen aufgrund des Stress-Syndroms. Wird dies nicht behandelt, befindet sich das Tier im Teufelskreis und die anfängliche Magenreizung wird zum Magengeschwür mit entsprechenden Folgen.
Deshalb ist Stressvermeidung für unsere Tiere so wichtig! Natürlich wollen wir mit unseren Pferden zum Turnier, mit unseren Hunden zum Hundesport, viele unserer Tiere haben Krankheiten, die wir nur schlecht therapieren können! Wir können nicht jeden Stress vermeiden – aber wir stehen in der Verpflichtung dasjenige was uns möglich ist dafür zu tun, dass die Tiere – soweit möglich – schmerzfrei und psychisch stabil sind.
Mein Tipp:
Unterstützend können Sie folgendes versuchen: Sollten Sie ein sehr nervöses Pferd haben, versuchen sie es doch mit einer Lichttherapie. Eine LED-Leuchte wird für die Nacht so in der Box installiert, dass das Pferd keinen Zugang zu der Lampe hat. Diese leuchtet entweder lila oder türkis. In jedem Baumarkt gibt es Leuchtmittel, die mittels Fernbedienung betrieben werden können. Die Wellenlängen dieser zwei Farben dämpfen direkt das Angstzentrum im Gehirn (Amygdala) und haben eine relaxierende, beruhigende Wirkung aufs Tier und führen zur Stressreduzierung mit einfachen Mitteln.
Da der Hund sich weniger übers Auge, sondern vielmehr über seine Nase orientiert, sollten sie beim Hund die Aromatherapie versuchen: echtes Sandelholzöl wird im Diffusor vernebelt und reguliert somit über den Riechsinn direkt die Amygdala des Tieres und führt zur Entspannung des Hundes.
