Mir liegen besonders die älteren Patienten am Herzen. Auch wenn „Alter“ nicht automatisch mit Krankheit gleichzusetzen ist, kommt es mit zunehmendem Alter doch zu komplexen Stoffwechselveränderungen, die die Anpassungsfähigkeit des Körpers auf innere und äußere Belastungen vermindert.
So nimmt im Alter die Körpermasse durch Reduktion nahezu aller Gewebe ab – der Körperwasseranteil um ca. 10 %, fast ausschließlich zu Lasten der intrazellulären Flüssigkeit. Gerade die ist aber für den gesunden Stoffwechsel der Gewebe immens wichtig.
Insbesondere das Bindegewebe, seine Elastizität und Durchlässigkeit für körpereigene Substanzen (wie Hormone, Elektrolyte, Energieträger) nehmen ab. Verstärkt wird dieser Effekt noch durch die Reduzierung der Osmorezeptoren im Hypothalamus (Zentrales Nervensystem), die dadurch das subjektive Durstgefühl vermindern und damit die Wasseraufnahme des Tieres zusätzlich herabsetzen.
Nur das Fettgewebe bildet eine Ausnahme:
hier ist eine Zunahme festzustellen, es ersetzt teilweise die verlorengegangene Gewebsmasse.
Der Verlust von Muskelzellen schreitet ebenfalls mit zunehmendem Alter fort. Diese Verminderung geht mit einer Wucherung des Bindegewebes (Fibrosierung) einher. Die körperliche Leistungsschwäche älterer Tiere ist zum Teil auf diesen Zusammenhang zurück zu führen.
Auch die Knochenmasse reduziert sich – wie bei uns Menschen – was zu einer Osteoporose führen kann. Dadurch ist die Widerstandskraft gegenüber traumatischen Einflüssen herabgesetzt. Verletzungen sind leichter möglich und dies bei herabgesetzter Heilungstendenz.
Darüber hinaus finden sich auch Veränderungen in den Organen, im Drüsen-System und Immunsystem.
Zusammengefasst beruht „Altern“ also vor allem auf zwei Prinzipien: Dehydrierung, d.h. Austrocknung der Gewebe aufgrund geringeren Wasserbindungsvermögens und Fibrosierung, also fortschreitende Bindegewebseinlagerung und damit Verlust des Anteils funktionsfähiger Zellen im Organ.
Wie kann man diesem unvermeidlichen Prozess begegnen?
Angepasste, moderate Bewegung hält den Körper jung! Seine Strukturen müssen gefordert werden um gesund zu bleiben und dem drohenden Abbau von Masse zu begegnen. So kann die Mobilität erhalten und verbessert werden.
Darüber hinaus ist alles, was den Stoffwechsel der Zellen anregt, zu empfehlen. Viele Methoden der physikalischen Therapie vermindern diese altersbedingten Veränderungen deutlich und steigern die Anpassungsfähigkeit des Tieres auf Störungen. Zusätzlich empfehle ich auch die manuelle Physiotherapie, hier Massagetechnik. Diese führt zu einer Verbesserung der Durchblutung und damit zu einer gesteigerten Sauerstoffversorgung der Gewebe.
Das vegetative Nervensystem wird zusätzlich angesprochen, was zur Entspannung des Patienten und damit zu mehr Lebensqualität führt.
Zusätzlich kann eine deutliche Schmerzreduktion erzielt werden, da durch die Massage der ph-Wert der Gewebe erhöht wird. Die individuelle Schmerzschwelle wird dadurch angehoben. Endorphine werden ausgeschüttet, was sich wiederum positiv auf die Psyche und Lebensfreude des Tieres auswirkt.
Gerne zeige ich Ihnen, welche Übungen Sie mit Ihrem Tier selber zu Hause ausführen können!
